Benin verpflichtet. Wie mit geraubten Königsschätzen umgehen?
24. August 2024 bis 8. März 2026
Im Jahr 1897 attackierten britische Truppen das Königtum Benin im heutigen Nigeria. Sie entmachteten den König, brannten die Hauptstadt nieder und plünderten tausende königliche Objekte aus dem Palast. In Europa wurden die Artefakte als «Benin-Bronzen» dem Kunstmarkt zugeführt. So gelangten Benin-Objekte 1940 auch in die Sammlung des Völkerkundemuseums.
Heute verpflichten uns diese Objekte als Museum dazu, mit den nigerianischen Gemeinschaften in Beziehung zu treten, ihnen den Zugang zu ihrem kulturellen Erbe zu ermöglichen und ihre Eigentumsansprüche anzuerkennen.
Die Ausstellung stützt sich auf Recherchen der Benin Initiative Schweiz (BIS). Sie wurde mit nigerianischen Expert:innen aus Benin City und Diaspora-Gruppen in Zürich erarbeitet.
Medienecho
Watson 31. Mai 2025, Artikel von Alice Hertzog, «Der kopflose Reiter».
Blog. Schweizerisches Nationalmuseum 22. Mai 2025, Artikel von Alice Hertzog, «Der kopflose Reiter».
NZZ am Sonntag 9. März 2025, Interview (PDF, 140 KB) mit Olugbile Holloway von Linus Schöpfer, «Eine Frage der Würde».
WOZ 12. Dezember 2024, Artikel (PDF, 435 KB) von Daniela Janser, «Antworten finden auf altes Unrecht».
Aargauer Zeitung 28. Oktober 2024, Artikel (PDF, 254 KB) von Daniele Muscionico, «Blutmetall oder Raubkunst?».
NZZ 21. Oktober 2024, Artikel von Andrea Marti, «Nachfahrin afrikanischer Sklaven kritisiert Zürcher Museen».
Zürcher Studierendenzeitung 18. September 2024, Artikel von Cédric Angehrn (Text) und Linn Stählin (Foto), «Zugehörigkeiten verhandeln».
Tagblatt der Stadt Zürich 4. September 2024, Artikel (PDF, 707 KB) von Jan Strobel, «Das geraubte Kulturerbe».
SRF Kultur kompakt 27. August 2024, Beitrag von Irene Grüter (ab 11:05), «Wie mit kolonialer Raubkunst umgehen?».
Seniorweb 26. August 2024, Artikel von Ruth Vuilleumier, «Ein Kulturerbe zerstückelt in Museen».
Schweiz am Wochenende 24. August 2024, Artikel (PDF, 790 KB) von Daniele Muscionico, «Besessen von Afrika».
SRF 2 Kultur 23. August 2024, Beitrag von Irene Grüter, «In Zürcher Museen kommen jetzt Stimmen aus Nigeria zu Wort».
NZZ 23. August 2024, Artikel von Giorgio Scherrer, «Benin-Bronzen sind die umstrittensten Raubgüter der Kolonialzeit. Jetzt stehen sie in zwei Zürcher Museen – vielleicht zum letzten Mal».
Portrait Phil Omodamwen
Das Museum hat den Bronzegiesser Phil Omodamwen beauftragt, eines der Objekte aus Benin für diese Ausstellung neu zu giessen. Es war für uns eine Gelegenheit, etwas über die Kunst des Bronzegiessens und die Kultur Benins zu lernen und zu erfahren, wie der Erwerb von Objekten auf der Grundlage von gegenseitigem Einverständnis unsere heutige Museumsarbeit neu ausrichten kann.
Phil Omodamwen ist ein Bronzegiesser der 6. Generation in Benin City, der diese Kunst von seinem Vater gelernt hat. Seine Familie gehört der Bronzegiesser-Gilde Igun-Ẹrọnmwọn an, die für die Herstellung der königlichen Objekte verantwortlich ist. Heute arbeiten die Giesser aber auch für den Markt und erschaffen neue Genres von Objekten und Designs.
Das Herstellungsverfahren ist aber das gleiche, wie zu früheren Zeiten. Das gewünschte Motiv wird in Wachs über einem Lehmkern modelliert, und diese Form anschliessend mit Lehm eingekleidet. Das Wachs wird ausgeschmolzen, und der so entstandene Hohlraum mit geschmolzenem Metall ausgefüllt. Das verwendete Metall ist heute oft Altmetall.